SPORTKIND.CH
Sport und Bewegung für das Kind

Junge Sporttalente auf dem Weg an die Spitze

Sport Talente Fordern

Die Karriere-Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wird entscheidend von den Eltern geprägt. Unterstützen, fördern und im richtigen Moment loslassen, das ist die schwierige Aufgabe von Eltern, deren Kind im Sport Talent hat. Auf dem Weg vom begabten Kind zum Nachwuchsspitzensportler gibt es eine ganze Reihe von wichtigen Entscheiden zu treffen.

Die Rolle der Eltern

Eine typische Geschichte: Ein Kind bezeichnet Sport als sein Lieblingsfach. In der Freizeit treibt es regelmässig Sport in einem Verein. Die Eltern begleiten es zu Sportanlässen, übernehmen Betreuungs- und Dienstleistungsaufgaben.

Die Trainings häufen sich, die Wettkämpfe werden von lokalen zu regionalen und nationalen Anlässen. Die Eltern übernehmen damit die Rolle von Gönnern und Sponsoren. Sie sind zudem Materialwart, Koch und Chauffeur in Personalunion. Die Familie dient dem Leistungssport als wichtiges Stützsystem.

Das Bekenntnis zum Spitzensport eines Talents bedeutet ein Familienbekenntnis mit Engagement in den Bereichen Zeit, Geld und weiteren Unterstützungsleistungen der Eltern und der Familie.

Was heisst «sportlich begabt»?

Ein sportlich begabtes Kind erzielt überdurchschnittliche Leistungen und fällt durch sein Können (seine Disposition) und die erhöhte Leistungsbereitschaft auf. Die überdurchschnittlichen Fähigkeiten deuten bei entsprechendem Training eine erfolgversprechende Leistungsentwicklung auf nationalem und internationalem Niveau an.

Überdurchschnittliche Leistungen im Kindesalter allein sind keine Gewähr für spätere Spitzenleistungen. Talententwicklung ist ein aktiver, pädagogisch begleiteter Veränderungsprozess, der durch Training gesteuert wird.

Tipps für Eltern mit einem sportlich begabten Kind

  • Schliessen Sie Frieden mit Ihrer eigenen sportlichen Vergangenheit. Damit vermeiden Sie, Projektionen auf Ihr sportlich begabtes Kind zu übertragen.
  • Lassen Sie Ihr Kind verschiedene Möglichkeiten der sportlichen Betätigung erleben. Die Freude an der Bewegung ist zentral.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass auch Niederlagen zum Sport gehören und Gelegenheit bieten, daraus zu lernen.
  • Mischen Sie sich nie in einen Wettkampf/Match ein, indem Sie Anweisungen geben oder Entscheide korrigieren.
  • Unterstützen Sie Ihr Kind bedingungslos und warten Sie nie ungeduldig auf Fortschritte oder Erfolge.
  • Denken Sie daran: Erfolg ist etwas Persönliches. Er ist nicht unmittelbar vom Sieg in einem Wettkampf/Match abhängig. Erfolg bedeutet, dass Ihr Kind seinen aktuellen Möglichkeiten entsprechend eine gute Leistung erbracht hat.

Die Motivation zur sportlichen Höchstleistung und zum harten Training muss vom Kind aus kommen. Positive emotionale Bindungen und Sicherheit sind ein Schlüssel für das Vollbringen einer Leistung.

Die Rolle von Trainer und Verein

Wird das Talent meines Kindes richtig gefördert? Diese Frage stellen sich viele Eltern, wenn ihr heranwachsendes Kind erste Erfolge in regionalen und nationalen Wettkämpfen erzielt und Ausdauer in seiner Sportart zeigt. Je höher der Leistungsbereich, desto grösser ist die Versuchung, auf Trainer und Vereinsfunktionäre Einfluss zu nehmen. Eltern trauen oft dem Trainer nicht zu, «ihr Sporttalent» richtig zu fördern. Damit wirken sie nicht fördernd, sondern hemmend auf die Karriere ihres Kindes. Denn Spannungen wirken sich negativ auf das junge Talent aus. Wer mit dem Trainer zusammenarbeitet, handelt im Interesse seines Kindes und erleichtert es ihm, auch unwillkommene Entscheide zu akzeptieren.

Doppelbelastung Schule und Sport

Für heranwachsende Sportbegabte ist es wichtig, dass ihr Umfeld Verständnis für die Doppelbelastung von Schule und Sport hat. Das Umfeld kann wesentlich dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche ihren schulischen und sportlichen Verpflichtungen eigenverantwortlich gegenübertreten. Mit der nötigen Flexibilität der Erziehungsverantwortlichen ist es für die jungen Sportlerinnen und Sportler einfacher, Schule und Training unter einen Hut zu bringen. Nicht jede schlechte Note bedeutet, dass das Interesse an der Schule nachlässt. Oftmals sind sportlich Begabte sogar trotz mehrmaligem Training pro Woche für die Schule topmotiviert und bewältigen beide Aufgaben nebeneinander problemlos.

Das Angebot an Sport fördernden Schulen hat sich verdichtet. Wer ernsthaft in eine sportliche Förderung einsteigt, hat die Möglichkeit, in einer entsprechenden Schule aufgenommen zu werden.

Optimale Förderung des Talents

Die zentrale Talenterfassung und Förderung in der Sportart erfolgt durch die Sportvereine und -verbände. Talente durchlaufen in der Regel eine erste Vereinsförderung. Weiter führt der Weg in regionale oder nationale Nachwuchskader. Sporttalente und Eltern müssen den Weg in der entsprechenden Sportart genau kennen und über die Anforderungsschritte und die Selektionskriterien im Bild sein.

In verschiedenen Kantonen bestehen kantonale Förderkonzepte oder sind im Aufbau, mit dem Ziel, Talente zu erfassen und in ihrer Förderung zu unterstützen. Da die Trainingsaufwendungen schon bei Jugendlichen schnell einmal 10 000 Franken pro Jahr betragen, sind diese finanziellen Unterstützungen wertvoll.

Swiss Olympic Talents Card

Swiss Olympic vergibt in enger Zusammenarbeit mit Jugend+Sport sowie den nationalen Sportverbänden die sogenannten «Swiss Olympic Talents Cards National und Regional» für Talente, die in einer Verbandsförderung stehen. Die «Swiss Olympic Talents Card International» erreichen Talente, die ein «Sport Scholarship Top» durch Leistungen erlangen oder ein Sport «Scholarship Future durch Potenzial» zugesprochen bekommen. Der Besitz einer solchen Karte ermöglicht in der Regel den Zugang zu einer sportfördernden Schule und verpflichtet zu ernsthaftem, engagiertem Training.

Die Trainer, der Nachwuchsverantwortliche oder der Athletenbetreuer des Sportverbandes geben Auskunft, welche Leistungen für die «Swiss Olympic Talents Card» verlangt werden und wie eine solche erlangt werden kann.

Die Kriterien für das Erlangen einer «Swiss Olympic Talents Card» sind für jede Sportart festgelegt. Neben Wettkampfleistungen sind auch Leistungstests, Fragen der Leistungsentwicklung, psychologische Faktoren, der Trainingsaufwand, das soziale Umfeld, körperbauliche Voraussetzungen, Belastbarkeit und biologischer Entwicklungsstand von Bedeutung.

Verschiedene Gemeinden und Kantone unterstützen Talente, die im Besitz einer «Swiss Olympic Talents Card» sind.

Ausbildung und Beruf

Der Abschluss einer Ausbildung ist das Tor zur beruflichen Karriere während und vor allem nach dem Spitzensport. Um Spitzensport und Ausbildung/Beruf optimal zu verbinden, braucht es eine flexible Schule oder einen flexiblen Arbeitgeber. Einen solchen zu finden ist oft nicht so leicht.

Eine berufliche Grundbildung mit gleichzeitiger Leistungssportförderung muss gut überlegt und geplant werden. Die Eltern übernehmen eine wichtige unterstützende Rolle in der Frage der Berufswahl.

Swiss Olympic arbeitet mit einem Netzwerk aus Beratern der Kantonalen Berufsinformationszentren (BIZ) zusammen, die sich auf die Beratung von Sportlern und Trainern spezialisiert haben. Ausserdem ist Swiss Olympic daran, in verschiedenen Kantonen Pools aufzubauen mit leistungssportfreundlichen Lehrbetrieben.

Militär

Mit dem Konzept Spitzensportförderung legt die Armee ein klares Bekenntnis zum Spitzensport ab. Diese Förderung beinhaltet einerseits die Spitzensport-Rekrutenschule (RS), die nach einer fünfwöchigen Grundausbildung während 13 Wochen in Magglingen stattfindet. Dabei steht die Ausbildung zum Militärsportleiter (MSL) im Vordergrund. Grosses Gewicht wird auch den sportartspezifischen Trainings unter der Leitung von qualifizierten Verbandstrainern eingeräumt.

Andererseits erhalten Athleten unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, auch ihre Wiederholungskurse (WK) für das sportartspezifische Training einzusetzen.

www.baspo.admin.ch > Themen > Spitzensport > Spitzensportförderung in der Armee

Und wo gibt es Hilfe?

Die folgenden Anlaufstellen kennen die Situation junger Talente und ihrer Eltern und stehen mit Rat und Tat bei.

Beratung im Sportverband

In jedem nationalen Sportverband begleiten und beraten Athletenbetreuerinnen und -betreuer die Spitzensportler. Sie sind neben den Trainerinnen und Trainern Ansprechpartner. Die Adresse erhalten Sie direkt beim entsprechenden Sportverband. Folgende Personen können zu bestimmten Förderungsbereichen weitere Informationen geben:

  • Trainer
  • Athletenbetreuer
  • Chef Leistungssport/Nachwuchsverantwortlicher
  • Karriereplaner
  • Sportkoordinator an deiner Schule
  • Kantonaler Beauftragter für Nachwuchsförderung

Beratung durch Swiss Olympic

Swiss Olympic bietet als Dachverband aller Sportverbände Informationen zu Karriereplanung, Leistungssport und Schule an. Der Bereich «Career Services» von Swiss Olympic bietet angehenden Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern Unterstützung und Beratung bei der Planung der Karriere und der Vereinbarkeit von Schule und Beruf.

Kontaktadresse:

Swiss Olympic
Athletensupport/Career Services
Haus des Sports, Postfach 606, 3000 Bern
Tel. 031 359 71 34, Fax 031 352 33 80
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Quelle: Swiss Olympic Career Services

Bildquelle: skeeze / pixabay.com

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